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Starke Impulse für den Lungau durch Biosphärenpark

Veröffentlichungsdatum15.12.2011Lesedauer5 Minuten
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Die Förderungsvereinbarung über die Unterstützung des Regionalverbandes Lungau für den Aufbau des Biosphärenparks Lungau und für das Biosphärenpark-Management unterzeichneten heute, Donnerstag, 15. Dezember, Tourismusreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer und Naturschutzreferent Landesrat Sepp Eisl für das Land Salzburg sowie für den Regionalverband Lungau als Förderungsempfänger Obmann Bürgermeister Wolfgang Eder (Mauterndorf).

"Das angestrebte Unesco-Prädikat 'Biosphärenpark – Modellregion für nachhaltige Entwicklung' stellt einen wichtigen Impuls für die weitere Entwicklung des Lungaus dar", betonte Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer heute beim Informationsgespräch zur Unterzeichnung der Vereinbarung. "Es umfasst nicht nur den Naturschutz, sondern auch die umweltverträgliche und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der ganzen Region mit besonderer Berücksichtigung des Tourismus. Alle Lungauer Gemeinden und Tourismusverbände haben sich zur Einrichtung eines Biosphärenparks bekannt. Auch die Finanzierung kann mit kräftiger Unterstützung des Landes Salzburg gesichert werden."

Dass der Biosphärenpark in diesem Zusammenhang auch eine wichtige touristische Komponente beinhaltet, steht für Haslauer außer Zweifel: "Mit diesem Kooperationsmodell wird der im Lungau bereits erfolgreich gelebte Prozess der gemeinsamen Regionalentwicklung fortgesetzt, um eine nachhaltige Entwicklung für den gesamten Bezirk zu ermöglichen. Hier ist der Tourismus ein zentraler Bestandteil." Dabei verwies Haslauer auf die aktuelle positive touristische Entwicklung des Lungaus. So konnte in den Sommermonaten erstmals seit langer Zeit wieder ein kräftiges Plus bei den Übernachtungen im Bezirk verzeichnet werden. Dies ist maßgeblich auf das von Haslauer initiierte Sonderimpulsprogramm zur Mobilisierung und intensiven Unterstützung der Lungauer Tourismus- und Freizeitwirtschaft zurückzuführen. Das Sonderimpulsprogramm wurde mit einem Fördervolumen von zwei Millionen Euro und dadurch ausgelösten Investitionen von knapp 20 Millionen Euro sehr erfolgreich beendet.

Eisl: Hochwertigen Lebensraum noch spürbarer machen

"Der Lungau, seine Naturschönheiten und die einzigartige Landschaft werden durch den Biosphärenpark sichtbar gemacht", betonte Landesrat Eisl. "Durch die Arbeit vieler Generationen ist die Biosphäre Lungau schon heute einzigartig. Es ist wichtig, dass diese Arbeit unterstützt und gefördert wird. Der Biosphärenpark wird für Einheimische und Gäste zukünftig noch stärker den hochwertigen Lebensraum spürbar machen. Landschaft, Natur, Tourismus, Arbeitswelt und die Ansprüche der Menschen gehen hier Hand in Hand. Es zahlt sich aus, dass alle an einem Strang ziehen", so Eisl.

Kräftige finanzielle Unterstützung durch das Land

Als Startfinanzierung für konkrete Umsetzungsprojekte werden bis zu 100.000 Euro pro Jahr für die Jahre 2012 bis 2014 zur Verfügung gestellt, wobei zwei Drittel der Förderung aus den Ressorts von Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer und ein Drittel aus den Ressorts von Landesrat Eisl beigesteuert werden. Aus dem Ressort von Landesrat Eisl kommt für denselben Zeitraum zusätzlich eine Leader-Förderung von insgesamt bis zu 223.500 Euro für Personal-, Planungs- und Konzeptionskosten, Öffentlichkeitsarbeit sowie Aus- und Weiterbildung.

Große Mehrheit für Biosphärenpark

"Alle Lungauer Gemeinden und Tourismusverbände bekennen sich zu dem Projekt Biosphärenpark", sagte Mauterndorfs Bürgermeister Wolfgang Eder, der als Obmann dem Regionalverband Lungau vorsteht und gemeinsam mit Geschäftsführer Mag. Josef Fanninger einen maßgeblichen Motor des Biosphärenparkprojekts im Lungau darstellt. "Sie wissen um die Notwendigkeit nachhaltigen Denkens und wirtschaftlicher Weiterentwicklung, damit der Lungau auch für spätere Generationen ein noch wertvollerer und sicherer Lebensraum sein kann."

Eine Idee mit Geschichte

Der südlichste Bezirk Salzburgs hat viel zu bieten: Tradition, Kulinarik, Gastfreundschaft, Natur und vieles mehr. Um diese Einzigartigkeit des Lungaus zu erhalten und zu vermitteln, hat der Regionalverband Lungau das Projekt Biosphärenpark Lungau wieder aufgegriffen. Die Idee hat schon Geschichte und geht auf die private Initiative einiger engagierter Lungauerinnen und Lungauer zurück. Ziel ist die Auszeichnung des Biosphärenparks Lungau als Modellregion für nachhaltige Entwicklung durch die Unesco (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur).

Qualität für die gesamte Region

Biosphäre bedeutet Lebensraum und ist ein wertvoller Lebensraum für Mensch und Umwelt sowie für Wirtschaft und Tradition. Um als potenzieller Biosphärenpark anerkannt zu werden, müssen gewisse Kriterien wie die Festlegung von Naturschutzgebieten erfüllt werden. Dieser wichtige Schritt konnte für den Biosphärenpark Lungau im Herbst 2011 nach langen Verhandlungen gesetzt werden.

Das Unesco-Prädikat hat viele Vorteile. Neben der Bewusstseinsbildung für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Region geht es um ein Qualitätsprädikat für den Tourismus und die Genussregion Lungau. So werden neben dieser wichtigen Auszeichnung Netzwerke und Kooperationen entstehen, um den ansässigen Betrieben ein Gütesiegel für Regionalität und Qualität zu bieten.

Hebelwirkung für den Tourismus

Den beständigen Lebenserhalt ländlicher Regionen kann man nur mit nachhaltig wirtschaftlicher Entwicklung erreichen. Vor allem der Tourismus soll von einem Biosphärenpark profitieren, denn im globalen Tourismus-Wettbewerb wird es für kleinere Regionen immer schwieriger, das Interesse potenzieller Urlaubsgäste auf die eigenen Angebote zu lenken. Als starke Motoren können hier internationale Auszeichnungen und Prädikate wie der Unesco-Biosphärenpark dienen. Eine mit diesem Prädikat ausgezeichnete Region darf den Beinamen "Modellregion für nachhaltige Entwicklung" führen und zählt damit zum Kreis von knapp 600 Biosphärenparks weltweit.

Ein wesentlicher Bestandteil dafür ist auch die nachhaltige Planung der Landschaftsnutzung. Denn laut Unesco muss ein Biosphärenpark zu mindestens fünf Prozent aus Kernzone (Naturschutzgebiet) und zu mindestens 20 Prozent aus Pflegezone (Landschaftsschutzgebiet) bestehen. Der Rest ist die Entwicklungszone, in der sich die Wirtschaft dynamisch weiterentwickeln kann und soll. So liegen zum Beispiel 100 Prozent der Lungauer Skigebiete in dieser Entwicklungszone, damit hier die Weiterentwicklung in diesem für den Lungau wichtigen Bereich aktiv betrieben werden kann.

Einreichung noch 2011

Ein von der Unesco eingerichtetes Komitee zur Umsetzung des Programms "Der Mensch und die Biosphäre" fungiert als Bindeglied zwischen internationaler und nationaler Ebene. Mitglieder des Komitees sprachen bei einem Besuch im Lungau von einem idealen Kandidaten für die Unesco-Auszeichnung. Daher wird der Regionalverband Lungau die Einreichunterlagen noch in diesem Jahr an die Unesco in Paris weitergeben. Gerechnet wird mit einer Auszeichnung bis Ende 2012.

Philosophie eines Biosphärenparks

Zur Philosophie eines Biosphärenparks gehören folgende Merkmale: die Erhaltung von Landschaft, schützenswerter Lebensräume, Kulturlandschaft, Land- und Forstwirtschaft, kultureller Vielfalt und Brauchtum, die Entwicklung der Regionen unter besonderer Berücksichtigung der natürlichen Ressourcen und Einbeziehung der Bevölkerung, von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, des Tourismus und der ansässigen Betriebe wie Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung, die Partizipation, gemeinsames Gestalten und Sensibilisierung für laufende Entwicklung der Bevölkerung sowie Koordination und Kooperation der touristischen, wirtschaftlichen, bildungs- und forschungsrelevanten Aktivitäten und Projekte.

Die Trägerschaft für den Biosphärenpark Lungau bildet der Regionalverband. Dem Verband gehören alle 15 Gemeinden des Lungaus an. In das Biosphärenpark-Management werden die Bereiche Tourismus, Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft, Bildung, Forschung, Wissenschaft, Kultur, Brauchtum und Tradition mit einbezogen. Kulturlandschaft erhalten, wirtschaftliche Lebensgrundlage sichern, die Beständigkeit wertvoller Lebensräume und nachhaltige Weiterentwicklung der Region sind die vorrangigen Ziele des Regionalverbandes Lungau mit der Implementierung eines Biosphärenparks im Lungau.

 

Landespressebüro 15.12.2011